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29.01.10

Spitzenpreis für Würzburger Biophysiker

 

Der europäischen Forschungsrat (ERC) fördert talentierte Jungforscher und etablierte Spitzenwissenschaftler. Nachdem bereits Professor Martin Lohse vom Rudolf-Virchow-Zentrum einen der begehrten „ERC Advanced Grants“ erhalten hatte, gehen nun erneut 2,5 Millionen Euro an einen Forscher der Universität Würzburg: Der Biophysiker Rainer Hedrich gehört zu den zehn deutschen Wissenschaftlern, die vom Europäischen Forschungsrat in den nächsten fünf Jahren gefördert werden.

Der ERC hatte Grundlagenforscher ohne thematische Vorgaben dazu aufgerufen, innovative und – im positiven Sinne – risikobehaftete Projektideen einzureichen. Die Konkurrenz war groß: Insgesamt rund 1600 Lebenswissenschaftler aus der gesamten Europäischen Union hatten sich um das Fördergeld beworben. Am Ende waren zehn Forscher aus Deutschland erfolgreich, darunter zwei aus Bayern.

 

Mit den 2,5 Millionen Euro will Hedrich das Phänomen der fleischfressenden Pflanzen und ihrer Sinneswahrnehmung aufklären. Sein Ziel ist, durch die Entschlüsselung des Genoms der Darwin-Pflanze Dionaea muscipula den molekularen Mechanismen des „grünen“ Nervensystems auf den Grund zu gehen.

 

Im Zentrum der Untersuchungen steht der Tastsinn und damit die Wahrnehmung von Beutetieren bei der Venusfliegenfalle. „Wir wollen herausfinden, wie in der Evolution bestimmte Pflanzen es geschafft haben, schneller zu sein als ihre Beutetiere“, sagt Hedrich. „Haben sie ihre hochempfindliche Sensorik selbst entwickelt oder die entsprechenden Gene von erlegten Tieren übernommen?“, lautet die zentrale Frage.

 


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