Best Practice: Geis x THWS

Innovation als Teamsport – wie Hochschule und Wirtschaft Logistik neu denken

04.08.2025
Aktuelles

1. Vor dem Start: zwei Teams, ein Ziel

In der Logistik entscheidet häufig der erste Prozessschritt über Effizienz und Erfolg – sei es bei der Einlagerung, bei der Kommissionierung oder im Transport. Wer hier frühzeitig auf Zusammenarbeit setzt, hat später einen entscheidenden Vorsprung – nicht nur beim Optimieren der Lieferkette, sondern auch beim Entwickeln smarter Technologien und beim Gewinnen gut ausgebildeter Talente.

Die Geis Gruppe und die Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) zeigen, wie eine solche Zusammenarbeit funktionieren kann. Seit rund zwei Jahrzehnten arbeiten beide Parteien eng zusammen – nicht als lose Projektpartner, sondern als eingespieltes Team mit einem gemeinsamen Ziel: die Zukunft der Logistik aktiv mitzugestalten.

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„Wir entwickeln nicht irgendwas und hoffen, dass es jemand braucht. Wir lösen reale Probleme – gemeinsam mit den Unternehmen.“
– Prof. Dr. Ulrich Müller-Steinfahrt

Gute Logistik beginnt also nicht im Hochregallager, sondern mit dem richtigen Setup – einem klaren Ziel, starken Partnern und dem Willen, Prozesse kontinuierlich zu hinterfragen.

2. Taktikbesprechung – gemeinsam in die Kurve der Veränderung

Innovationen sind selten Zufall. Sie sind das Ergebnis gezielter Beobachtung, pragmatischer Analysen – und dem Mut, neue Wege zu gehen. Bei Geis ist Innovation fest in der Unternehmensstrategie verankert. In der Kontraktlogistik sorgt ein zentrales Innovationsmanagement dafür, dass neue Lösungen systematisch identifiziert, getestet und ausgerollt werden.

„Das Zusammenspiel von Theorie und Praxis ist bei uns eng verzahnt.“
– Christoph Krieg

Und genau hier kommt die Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt ins Spiel. Gemeinsam mit dem Fachschwerpunkt Logistik der Business School wurden bereits zahlreiche Projekte angestoßen – etwa zur Optimierung von Materialflüssen oder zur Nutzung von Robotik bei der Reifenverladung. Die Idee: Konkrete Probleme identifizieren, Ideen entwickeln, im Pilotversuch testen – und bei Erfolg in den Regelbetrieb übernehmen.

So auch beim Reifenprojekt mit Pirelli: Statt mühsamer Verladung per Hand soll künftig ein Roboter übernehmen – nicht, um den Menschen zu ersetzen, sondern um ihn zu entlasten. Verschiedene Konzepte wurden geprüft – vom Knickarmroboter eines Start-ups bis zur Lösung eines etablierten Anbieters. In jeder Phase war die Hochschule eng eingebunden, um Know-how, Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit zu analysieren.

„Neue Dinge einfach testen und nicht immer alles lange hinterfragen – das ist das Prinzip.
 – Prof. Dr. Ulrich Müller-Steinfahrt

Was wie ein Boxenstopp im Motorsport klingt – präzise geplant, effizient durchgeführt – ist in Wahrheit der entscheidende Moment, in dem sich zeigt, ob das Team bereit ist für das nächste Level.

3. Technologie trifft Alltag – Mensch und Maschine im Lager

Effizienz in der Logistik entsteht heute dort, wo Technologie sinnvoll in bestehende Abläufe integriert wird. Vom automatisierten Kleinteilelager (AutoStore) über digitale Kommissioniersysteme wie Pick-by-Light bis hin zu Exoskeletten für ergonomisches Arbeiten – moderne Lösungen gibt es viele. Entscheidend ist jedoch: Die Technik muss den Menschen unterstützen – nicht ersetzen.

Geis verfolgt diesen Ansatz konsequent. An ausgewählten Standorten kommen bereits smarte Wearables wie der ProGlove zum Einsatz, fahrerlose Transportsysteme entlasten das Personal auf langen Wegen, Künstliche Intelligenz unterstützt bei der Analyse von Prozessdaten. Gleichzeitig bleibt der Mensch im Zentrum: Schulungen, ergonomische Arbeitsplätze, flexible Strukturen – all das ist Teil des Innovationsverständnisses.

„Nur, wer seinen Job gern macht, macht ihn am Ende auch gut.“
– Marco Weißensel

Ein aktuelles Beispiel: In Göttingen testet Geis eine digitale Schulungsplattform in 49 Sprachen – direkt am Arbeitsplatz, auf das jeweilige Lager zugeschnitten. Gerade in saisonalen Hochphasen wie dem Weihnachtsgeschäft im B2C-Bereich ist es entscheidend, neue Mitarbeitende schnell und effizient einzuarbeiten.

Auch hier zeigt sich das Erfolgsrezept: Praxisbezug, kontinuierliches Feedback, partnerschaftliches Denken – so wird aus Innovation echter Fortschritt.

4. Perspektiven schaffen – Talente fördern, Zukunft sichern

In der Logistik zählt langfristiges Denken – das gilt nicht nur für Nachhaltigkeit, sondern auch für Personalentwicklung. Die enge Zusammenarbeit mit der THWS ist für Geis ein strategischer Schlüssel, um qualifizierte Nachwuchskräfte zu gewinnen und gezielt zu entwickeln.

Neben gemeinsamen Projekten gibt es Abschlussarbeiten, Praktika, Vorträge in Lehrveranstaltungen und einen eigenen Hörsaal, der den Namen Geis trägt. Viele ehemalige Studierende arbeiten heute im Unternehmen – einige sogar in Führungspositionen.

„Wir sind aus Tradition modern.“ – Marco Weißensel

Gleichzeitig steht Geis für eine Unternehmenskultur, die auf Vertrauen, Wertschätzung und sozialer Verantwortung basiert. Nachhaltigkeit ist nicht nur ein Schlagwort – sie zeigt sich in energieeffizienten Logistikanlagen, alternativen Antrieben und einem starken regionalen Engagement.

Denn Logistik ist mehr als Transport. Sie ist ein Netzwerk aus Menschen, Maschinen und Ideen – und genau deshalb so spannend für Studierende, die praxisnah arbeiten und wirklich etwas bewegen wollen.

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Akteure:
Marco Weißensel, Geschäftsführer Logistics Services bei Geis
Christoph Krieg, Leiter des Innovationsmanagements bei Geis
Prof. Dr. Ulrich Müller-Steinfahrt, Leiter des Instituts für angewandte Logistik der THWS