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IHK-Blitzumfrage zur Corona-Krise

Wirtschaft sieht „Licht am Ende des Tunnels“

26. Juni 2020
Quellenangabe:

IHK Würzburg-Schweinfurt

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26. Juni 2020

Die IHK hat eine neue Blitzumfrage unter ihren Mitgliedsunternehmen durchgeführt. Kernergebnis: Die mainfränkische Wirtschaft erholt sich von ihrem dramatischen Einbruch der vergangenen Monate. 

 „Die Unternehmen in Mainfranken können das Licht am Ende des Tunnels erkennen“, erklärt Dr. Sascha Genders, stellvertretender IHK-Hauptgeschäftsführer. Zwar beurteilt die Wirtschaft die aktuelle Lage nach wie vor schwierig – rund ein Drittel der Betriebe bezeichnet die laufenden Geschäfte als schlecht –, der Ausblick auf die kommenden Monate fällt hingegen deutlich zuversichtlicher aus. „Ein Viertel der mainfränkischen Unternehmen rechnet in den nächsten Monaten mit einer Verbesserung der Geschäfte, rund 30 Prozent erwarten eine Verschlechterung. Im Vergleich zu unseren Befragungen der letzten Monate ist diese Entwicklung erfreulich“, ergänzt Genders. So lag der Saldo aus positiven und negativen Geschäftserwartungen bei der Befragung Anfang Mai bei 79 Punkten, nun klettert er um 16 auf 95 Punkte nach oben. „Es scheint wieder aufwärts zu gehen“, ergänzt der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer.  

Kein Grund für verfrühte Euphorie  

Dennoch warnt Genders vor zu großer Euphorie: „Die mainfränkische Wirtschaft wird noch lange Zeit mit den Folgen der Corona-Pandemie zu kämpfen haben.“ Zusätzlich bestehe nach wie vor die Gefahr, dass das Erreichte durch eine zweite Welle verspielt werde. Für das laufende Jahr rechnen drei Viertel der Unternehmen mit Umsatzeinbußen. Die Mehrheit berichtet immer noch von einer teils deutlich geringeren Nachfrage sowie von Auftragsstornierungen, aber auch von logistischen Engpässen bei Zulieferprodukten oder fehlenden Waren und Dienstleistungen. „Bis das Vorkrisenniveau wieder erreicht ist und alle Unternehmen zu einem einigermaßen normalen Geschäftsbetrieb zurückkehren können, wird es noch dauern. Wir sind aber auf dem richtigen Weg.“ Aktuell arbeitet ein Fünftel der Befragten im oder über dem Vorkrisenniveau. Ähnlich viele Firmen rechnen im Laufe des Jahres mit einer Rückkehr zur Normalität, weitere 40 Prozent erwarten dies für das kommende Jahr. Gleichzeitig befürchtet aber auch jeder zwanzigste Betrieb, das Vorkrisenniveau nicht wieder erreichen zu können.  

„Unternehmer einfach machen lassen“  

Ähnlich wie bei den vorherigen Umfragen der mainfränkischen IHK, äußern sich die befragten Betriebe auch in der aktuellen Umfrage weitestgehend zufrieden mit den ergriffenen Maßnahmen zur Krisenbewältigung. So werden Kurzarbeit, staatliche Unterstützungsmaßnahmen wie die Soforthilfe oder Steuerstundungen gerne in Anspruch genommen – die Maßnahmen setzen aus Unternehmersicht an der richtigen Stelle an. Ähnliches gilt für die im Rahmen des Konjunkturpaketes beschlossene Überbrückungshilfe, die voraussichtlich ab Juli beantragt werden kann. Gleichzeitig wünschen sich die Betriebe aber auch, sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren zu können und nicht durch kurzfristige Maßnahmen oder zusätzliche Bürokratie belastet zu werden. „Die Unternehmer einfach mal machen lassen. Genau das sollte die Politik jetzt beherzigen“, fordert Genders. „Was wir brauchen, ist ein Entlastungsmoratorium – weniger Bürokratie, mehr Zeit für das Kerngeschäft. Auch die ab Juli geltende Mehrwertsteuersenkung stellt die Unternehmen vor Herausforderungen und wird insbesondere aufgrund ihrer geringen Geltungsdauer und der kurzfristigen Umsetzung skeptisch beurteilt“, ergänzt der stellvertretende Hauptgeschäftsführer.    

Insgesamt haben 143 mainfränkische Unternehmen an der Befragung der IHK Würzburg-Schweinfurt teilgenommen.   

Foto: Getty Images/iStockphoto / Ca-ssis