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Tarifvertrag Transformation

ZF: Zwei Jahre Sicherheit für Mitarbeiter

24. Juli 2020
Quellenangabe:

ZF Friedrichshafen AG

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24. Juli 2020

Die ZF Friedrichshafen AG hat sich mit dem Gesamtbetriebsrat und den Gewerkschaften auf eine Vereinbarung zur strukturellen Neuausrichtung des Unternehmens geeinigt. Dieser „Tarifvertrag Transformation“ gilt bis Ende 2022 für die etwa 50.000 Tarifmitarbeiter in Deutschland und gibt ZF die nötige Flexibilität, um unter dem Einfluss der Corona-Pandemie die Folgen der Wirtschaftskrise zu bewältigen und die Transformation des Unternehmens im Zuge des Mobilitätswandels weiter voranzubringen.

Die Vereinbarung beinhaltet weitreichende Instrumente zur Flexibilisierung der Personalkapazitäten, die es dem Unternehmen erlauben, diese an die Marktlage anzupassen. Zudem verzichten die Beschäftigten im Jahr 2020 einmalig auf eine Sonderzahlung in Höhe von 400 Euro, die im Juli ausgezahlt worden wäre. Dafür sichert ZF seinen Beschäftigten in Deutschland mit dem Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen und der Zusage des Erhalts aller Standorte bis 31. Dezember 2022 Arbeitsplatzsicherheit zu. Darüber hinaus haben ZF, Gesamtbetriebsrat und Gewerkschaften die unbefristete Übernahme aller Auszubildenden und dual Studierenden sowie den Erhalt der Ausbildungsplätze auf dem heutigen Niveau vereinbart.

Um gleiche Bedingungen an allen Standorten von ZF zu schaffen, wurden auf Basis der Regelungen in Baden-Württemberg bundesweit dauerhaft höhere Aufzahlungen auf das Kurzarbeitergeld beschlossen; sie wurden bereits mit der Vereinbarung für das zweite Quartal angewandt. „Die Kurzarbeit hat sich in den vergangenen Monaten bewährt und ist bis auf Weiteres unser wirksamstes Instrument, um Beschäftigung in Deutschland zu sichern“, sagt Sabine Jaskula, Personalvorstand und Arbeitsdirektorin im ZF-Vorstand.

Auch für die Zeit nach dem Auslaufen der Kurzarbeit wurden Regelungen getroffen: Bei weiterhin schwacher Nachfrage können die Arbeitszeiten in allen Tarifgebieten um bis zu 20 Prozent reduziert werden. Um Einkommensverluste abzufedern, wurden Aufstockungsbeträge für die sogenannte „tarifliche Kurzarbeit“ vereinbart. Sabine Jaskula betont: „Wir appellieren jetzt an die Politik, die Tarifvertragsparteien in ihrem Ansinnen zu unterstützen und diese Aufzahlungsbeträge – wie bei der klassischen Kurzarbeit bereits geschehen – steuer- und beitragsfrei zu stellen.“

Teil des Pakets ist zudem die Vereinbarung, während der Laufzeit der Beschäftigungssicherung für jeden Standort ein Zukunftsbild zu entwickeln. Hier geht es darum, mit welchen Produkten und Investitionen Beschäftigung über das Jahr 2022 hinaus gesichert werden kann. Dieser jeweils auf Standortebene von Unternehmensleitung und Arbeitnehmervertretung gemeinsam geführte Prozess unterstützt die beschleunigte Transformation von ZF und ermöglicht den Erhalt aller Standorte, für die eine gute Perspektive entwickelt werden kann. Für Standorte, die in den nächsten beiden Jahren zum Beispiel aufgrund des Strukturwandels in der Automobilindustrie kein solches Zukunftsbild erarbeiten können, wird auch eine Schließung von 2023 an nicht ausgeschlossen.

Um kurzfristig Kapazitäten anzupassen und die Zukunft vorzubereiten, wurden für Beschäftigte finanziell attraktive Möglichkeiten geschaffen, das Unternehmen vorzeitig zu verlassen, etwa über Altersteilzeit oder Abfindungen. ZF bietet zudem die Inanspruchnahme von Qualifizierungsangeboten, Stipendien oder Sabbaticals an. „Die neue Vereinbarung gibt uns die nötige Flexibilität, um unsere Kapazitäten schnell und sozialverträglich an die dauerhaft gesunkene Nachfrage aus dem Markt anzupassen“, sagt Sabine Jaskula. „Sie steht am Anfang eines Weges, den wir bei ZF gemeinsam gehen wollen. Angesichts der wirtschaftlichen Herausforderungen und des Wandels in der Mobilitätsbranche wird das nicht einfach sein und auch schwierige Entscheidungen erfordern. Wir haben aber für alle Beteiligten gute Lösungen erreicht und sind jetzt für die nächsten Etappen vorbereitet.“

Foto: ZF Friedrichshafen AG