ZAE ist Partner in neuem EU-Projekt

Bahnbrechende Forschung zur Solarenergietechnologie

15. Oktober 2020
Quellenangabe:

ZAE Bayern e.V.

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15. Oktober 2020

In den letzten Jahren hat eine Gruppe von Forschern der Chalmers University of Technology in Schweden ein speziell entworfenes Molekül und ein Energiesystem mit einzigartigen Fähigkeiten zum Einfangen und Speichern von Sonnenenergie entwickelt. Nun sollen im Rahmen eines von Chalmers geleiteten EU-Projekts MOST (Molecular Solar Thermal Energy Storage System) Prototypen der neuen Technologie für Anwendungen wie Heizsysteme in Gebäuden entwickelt werden.

Um die nur volatil verfügbare Solarenergie in vollem Umfang nutzen zu können, ist es erforderlich, sie zu speichern und bei Bedarf zu nutzen. An der Chalmers University of Technology wurden dazu in den letzten Jahren organische Substanzen entwickelt, die durch den Effekt der Photoisomerie den UV-Anteil der solaren Einstrahlung chemisch speichern können. Durch das UV-Licht werden die Moleküle in ein Isomer, also ein Molekül gleicher chemischer Zusammensetzung aber in einer energiereicheren Struktur, umgewandelt. Dieses energetisch aufgeladene Isomer kann in Tanks verlustfrei über mehrere Jahre gespeichert werden.
In einem weiteren Schritt kann mittels eines Katalysators das Isomer unter Abgabe von Wärme über einen Wärmetauscher wieder in den energieärmeren Zustand zurückgeführt werden.

Vorstoß in Richtung reale Anwendungen

Im Rahmen des Projekts soll die Technologie weiterentwickelt werden, dass sie effizienter, kostengünstiger, umweltfreundlicher und damit reif für den Praxiseinsatz wird. Starke Forschungsteams von Universitäten und Instituten aus Schweden, Dänemark, Großbritannien, Spanien und Deutschland haben sich dazu in einem EU-Projekt zusammengeschlossen. "Ein sehr aufregender Aspekt des Projekts ist die Art und Weise, wie wir exzellente interdisziplinäre Forschung im Moleküldesign mit dem Wissen bezüglich Hybridtechnologie für Energiegewinnung, Speicherung und die Umwandlung in Wärme mit dem Aspekt des Niedrigenergie-Gebäudedesign mit low-ex Heiztechnik kombinieren", sagt Kasper Moth-Poulsen, Koordinator des Projekts und Professor an der Chalmers University of Technology in Schweden.
Das Forscherteam des ZAE Bayern in der Arbeitsgruppe Energieoptimierte Gebäude in Würzburg haben im Projekt die Aufgabe, einen speziellen Hybridkollektor für die Anforderungen im Projekt, die deutlich von handelsüblichen Kollektoren abweichen, vom Funktionsmuster im Labormaßstab in mehreren Stufen zur Praxisreife zu entwickeln.

Das EU-Projekt 

Das EU-Projekt MOST hat eine Laufzeit von 3,5 Jahren und wird mit 4,3 Millionen Euro gefördert. Zu den Partnern des Projekts gehören die Chalmers University of Technology, Universität Kopenhagen, Universität Rioja, das Fraunhofer Institut für solare Energiesysteme in Freiburg, Johnson Matthey plc sowie das ZAE Bayern in Würzburg.

Bayerisches Zentrum für Angewandte Energieforschung e.V. (ZAE Bayern)

Als eine der führenden Einrichtungen auf dem Gebiet der angewandten Energieforschung verbindet das Bayerische Zentrum für Angewandte Energieforschung (ZAE Bayern) exzellente Forschung mit einer schnellen Umsetzung der Resultate in die wirtschaftliche Praxis. Die Hauptforschungsschwerpunkte des ZAE Bayern liegen in den Bereichen des verstärkten Einsatzes von erneuerbaren Energien und der Steigerung der Energieeffizienz. Ein besonderes Merkmal des ZAE Bayern ist die wissenschaftliche Tiefe, von den Grundlagen bis hin zur Anwendung, mit denen die Kernthemen der Forschung und Entwicklung bearbeitet werden. Das ZAE Bayern entwickelt energiesparende Konzepte, Techniken und Anlagen, erforscht Energiespeichertechnologien und erschließt regenerative Energiequellen. So befasst sich das ZAE Bayern unter anderem mit thermischen und elektrochemischen Energiespeichern, energieoptimierten Gebäuden und Stadtquartieren, energieeffizienten Prozessen, Photovoltaik, Solarthermie, Geothermie, Thermophysik, Nanomaterialien, Smart Grids und Energiesystemen. In seiner Forschungsausrichtung verknüpft es in einem interdisziplinären Ansatz Materialforschung, Komponentenentwicklung und Systemoptimierung. Hierzu bietet das ZAE Bayern seinen Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft ein breites Leistungsspektrum an, das sich von messtechnischen Dienstleistungen bis hin zu komplexen Forschungs- und Entwicklungsprojekten erstreckt. Das ZAE Bayern wird vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie gefördert.


Foto: ZAE Bayern e.V.