Pilotprojekt läuft an

Kooperative Kunststoffkreisläufe Mainfranken

11. Februar 2022
Quellenangabe:

Projektmanager Emanuel Friehs

11.02.2022

Wertvolle Ressourcen gemeinsam nutzbar machen – Verbund von Wissenschaft und Praxis zeigt wie es geht!

Kunststoffe zu sammeln, zu recyceln, sie in den Wertstoffkreislauf zurückzuführen – dies hat sich auch Mainfranken auf die Fahnen geschrieben. Auf Initiative der Region Mainfranken GmbH und Prof. Dr. Ulrich Müller-Steinfahrt von der FHWS wurde das Projekt „Kooperative Kunststoffkreisläufe" konzipiert und geht nun mit Partnern aus der Industrie und Wissenschaft an den Start. Ziel soll sein, die Menge an nicht verwertetem oder verwendetem Kunststoff zu reduzieren. In Kooperation mit der Industrie sollen im Zuge eines Pilotprojekts Kreisläufe in der Region geschlossen und neue Möglichkeiten der Rohstoffnutzung aufgedeckt werden. Wissenschaftliche Partner des Projekts sind:
•    Fraunhofer ISC
•    Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt
•    Julius-Maximilians-Universität Würzburg
•    Region Mainfranken GmbH
•    SKZ – Das Kunststoffzentrum 
•    Zentrum für Angewandte Energieforschung Bayern 

Die FHWS beteiligt sich mit dem Institut für angewandte Logistik (Prof. Dr. Ulrich Müller-Steinfahrt) sowie mit dem Studiengang Kunststofftechnik (Prof. Dr. Volker Herrmann und Prof. Dr. Ansgar Jaeger) an dem interdisziplinären Projekt. 
 

Zum Hintergrund

Im Rahmen der von der Region Mainfranken GmbH veranstalteten  Nachhaltigkeitssymposien 2019 („Von der Linear- zur Kreislaufwirtschaft“) und 2021 („Durch regionale Kooperation zur Nachhaltigkeit – Umgang mit knappen Ressourcen“) steht auch der Umgang mit Kunststoffen im Fokus - sowohl die Wiederaufbereitung von Kunststoffabfällen aus Produktion und durch Verpackungen in Recycling-Produkte, als auch die Rückführung des angefallenen Materials an Herstellende, die aufwändig und nicht immer möglich ist. 

Das mit Wirkung vom 3. Juli 2021 in Kraft getretene Verpackungsgesetz gibt die rechtlichen Rahmenbedingungen vor, die die verpflichtende Rücknahme von Verpackungsmaterial beinhalten. Das Projekt „Kooperative Kunststoffkreisläufe" geht über Verpackungsmaterial sogar hinaus und will auch zurückgeführte Produkte mit Kunststoffanteilen einbeziehen. Als einen ersten Schritt soll im Februar über Fragebögen eine Bestandsaufnahme über die Kunststoffe in der Region erfolgen. Hierzu wurden Firmen bereits kontaktiert. „Interessierte Unternehmen, die sich an der Bestandsaufnahme beteiligen wollen, sind hier herzlich willkommen“ so Prof. Müller-Steinfahrt. Durch die Umstellung auf eine regionale zirkuläre Wirtschaftsweise im Bereich Kunststoff, so die Projekt-Teilnehmenden, bestehe die Möglichkeit, die thermische Verwertung von Kunststoffen zu reduzieren und die Rückführung in den Kreislauf zu erhöhen (oder zu ermöglichen). Das Potenzial für eine erfolgreiche Umsetzung sei durch die heterogene Unternehmenslandschaft gegeben, so Emanuel Friehs von der Region Mainfranken GmbH. „Wir bekommen bereits viele Anfragen zu dem Vorhaben, was das Interesse der Unternehmen wiederspiegelt!“ so Friehs weiter. 


Ziel ist es, sowohl die im Produktionsprozess anfallenden Kunststoffabfälle, als auch anfallende Kunststoffverpackungen wie beispielsweise Folien und Blister, wiederzuverwerten bzw. in mögliche Produktionsprozesse zu überführen – sprich Kreisläufe von Kunststoffmaterialen regional zu schließen. Bei einer Beteiligung am Pilotprojekt profitieren Beteiligte zum einen davon, dass die Kosten des Unternehmens für die Entsorgung von Kunststoffabfällen reduziert werden könnten. Zum anderen tragen die beteiligten Unternehmen dazu bei, weniger Rohstoffe regional ungenutzt zu verwerten und haben damit bei einer gegenüber Kunststoffen zunehmend kritischeren Gesellschaft die Möglichkeit, das Unternehmen mit einer neuen Verwertungsform positiv in der Außenwirkung darzustellen. 
 

Foto: FHWS/Jörn Leiber