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Mainfränkischer Kulturkalender

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Nathan der Weise

Kategorie:, Schweinfurt
Ort:
Theater der Stadt Schweinfurt
Roßbrunnstraße 2
97421 Schweinfurt
Termin:
27.06.2019 - 28.06.2019
19:30

Deutsches Nationaltheater Weimar

Dramatisches Gedicht in fünf Akten von Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781)

 


Inszenierung: Hasko Weber

Bühne & Kostüme: Thilo Reuther
Dramaturgie: Carsten Weber
Musik: Sven Helbig

mit Sebastian Nakajew, Johanna Geißler, Sebastian Kowski, Isabel Tetzner, Anna Windmüller, Thomas Kramer, Marcus Horn, Julius Kuhn, Krunoslav Šebrek

 

Uraufführung im Döbbelinschen Theater Berlin am 14. April 1783
Premiere im Nationaltheater Weimar am 23. Februar 2018
 

»Hasko Weber webt die verführerische Orgie der Mitmenschlichkeit mit einfachen schauspielerischen Mitteln und kann sich dabei auf ein großartiges Ensemble verlassen. Man lässt Lessings Sprache schnurren, Gesten sprechen und spart auch nicht mit Humor.«
Thüringische Landeszeitung
 

Lessing entwirft mit seinem dramatischen Gedicht »Nathan der Weise« ein Sinnbild des vorurteilsfreien und respektvollen Umgangs der Religionen untereinander. Er beschäftigt sich mit den Begriffen seiner Zeit und lässt die Figuren den Kern humanistischer Ideale verhandeln. Eine Lektüre heute zwingt uns, die Gültigkeit der Lessing’schen Idee von Respekt und Toleranz neu zu prüfen. Denn die Frage nach einer friedlichen Koexistenz ist die Frage nach dem Zusammenleben trotz Unterschieden und Unvereinbarkeiten. Greifbare Zukunftsvision oder Utopie? 

Zeitlebens ging es Gotthold Ephraim Lessing um die religiöse Wahrheit – um den Kampf gegen stumpfe Buchstabengläubigkeit, für ein tolerantes Christentum, auch gegenüber anderen Glaubensrichtungen. Lessing verspürt Sendungsbewusstsein. »Ich muß versuchen, ob man mich auf meiner alten Kanzel, auf dem Theater wenigstens, noch ungestört will predigen lassen«, schreibt er 1778 an Elise Reimarus. Und er findet die Form für sein Humanismusplädoyer in einem dramatischen Gedicht mit fünffüßigen Jamben: 1779 erscheint »Nathan der Weise«, das erste weltanschauliche Ideendrama – und Lessings Meisterwerk.
 

Lessing versetzt die Handlung in das Jerusalem der Kreuzzüge des 12. Jahrhunderts. Hier lebt der kluge und diplomatische, jüdische Kaufmann Nathan mit seiner angenommenen Tochter Recha. Diese verliebt sich in einen jungen Tempelherrn, selbst Gefangener des herrschenden Saladin. Er rettet sie zwar aus den Flammen des väterlichen Hauses, verweigert sich jedoch zunächst ihrer Zuneigung, weil er sie für eine Jüdin hält. Dass Recha und er Geschwister sind und auch noch wider jeden Erwartens die Kinder eines Muslims – der wiederum der verstorbene Bruder des Saladin ist, dem Herrscher von Jerusalem –, dies lässt Lessing seine Figuren erst zum Ende des Stücks entdecken. Die familiären Bande führen zusammen, was ohnehin zusammen gehört. Sie kennen keine religiösen Grenzen oder Vorbehalte. Doch dabei werden auch Identitäten ohne Zögern genommen und neu zugewiesen, wie auch die Geldströme sich mit leichter Hand zwischen politischer und ökonomischer Macht hin und her bewegen.

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