Schriftgröße: AAA
 

Von standardisierten Hamburgern und sterbenden Branchen

DenkerTreffenLenker_I„Haben Sie ruhig etwas Panik, dass morgen alles zusammenbricht.“ Diesen Appell richtete der Innovationsexperte Dr. Jens-Uwe Meyer an die 120 Unternehmensvertreter, die sich auf Einladung der Region Mainfranken GmbH zur Veranstaltung „Denker treffen Lenker“ bei Koenig & Bauer zusammengefunden hatten. „Denn genau diese Panik hilft Ihnen, innovativ und damit wettbewerbsfähig zu bleiben.“ Wie eng wirtschaftlicher Erfolg und Innovationsfähigkeit zusammenhängen, wurde auf der jüngsten Station der Veranstaltungsreihe deutlich. Denn vieles von dem, was gestern noch Zukunftsmusik war, gehört heute bereits zum Alltag, kann morgen aber schon wieder überholt sein. Radikale Marktveränderungen, immer kürzer werdende Produkt- und Innovationszyklen sowie die Zunahme disruptiver Technologiesprünge stellen unsere Wirtschaft vor große Herausforderungen. Herausforderungen, die die Unternehmen meistern müssen.

„Viele tun dies, indem sie kreative Räume schaffen, neueste Forecasting Tools einsetzen oder große Investitionen tätigen. Das alles bringt jedoch nur etwas, wenn eine Unternehmenskultur etabliert ist, die das kreative Potenzial der Mitarbeiter nutzt“, so Dr. Meyer in seiner Key Note. Noch seien zu viele Firmenstrukturen auf eine möglichst effiziente Abwicklung des Tagesgeschäfts angelegt. „Nicht umsonst schmecken die Hamburger von McDonalds überall auf der Welt gleich. Standardisierung hemmt jedoch Innovation. Fördern Sie daher die Kreativität ihrer Mitarbeiter indem Sie sie fordern und unbequeme Fragen stellen, brechen Sie Dienstwege auf und schaffen Sie Raum für standort- und bereichsübergreifende Kollaboration. Und holen Sie sich Input von außen – über Netzwerke, Hochschulen und Kunden. Erfinden Sie sich jeden Tag neu!“ Nur so könne man selbst Trends generieren, anstatt diesen hinterherzulaufen.

DenkerTreffenLenker_II

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie tiefgreifend ein solcher Trend ein Unternehmen verändern kann, wusste Christoph Müller, Vorstandsmitglied der Koenig & Bauer AG zu berichten. „Wir sind durch das Internet gestorben und über das Internet wieder auferstanden.“ So sei es gelungen, die Digitalisierung als Chance zu begreifen und sich nach dem Einbruch der Printmedienbranche über Zuwächse im Verpackungsbereich – bedingt vor allem durch den Online-Handel – neue Märkte zu erschließen und mit dem Digitaldruck ein innovatives Geschäftsfeld aufzubauen. „Mittlerweile hat die Digitalisierung alle Bereiche des Unternehmens erfasst – von der Produktion über das Projektmanagement, den Vertrieb und das Marketing bis hin zum Service, bei dem etwa durch den Einsatz von Datenbrillen in der Fernwartung eine neue Qualität des audio-visuellen Supports erreicht wurde.“

Inwieweit unternehmerische Innovation von staatlicher Seite durch Technologieförderprogramme unterstützt wird, stellte Martin Wohlfart vom Projektträger Bayern vor. Als zentrale Lotsenstelle übernehme der Projektträger nicht nur die Erstberatung, sondern identifiziere auch passende Förderprogramme und betreue die Fördervorhaben bis zur Realisierung.

In ihrer Funktion als Sprecher der Themenplattform Kooperation Wissenschaft & Wirtschaft der Region Mainfranken GmbH beleuchteten Oberbürgermeister Christian Schuchardt und IHK-Vizepräsident Dieter Pfister die Vernetzung von Forschung und Anwendung in Mainfranken. „Neben den Netzwerkveranstaltungen hat die Region Mainfranken GmbH mittlerweile eine ganze Reihe an Maßnahmen zur Kooperationsförderung aufgelegt. Neuester Baustein ist unser Innovationskompass, in dem wir den Unternehmen einen kompakten Überblick über die Kompetenzen der hiesigen Forschungseinrichtungen geben. Mit der Aufstufung zur Regiopolregion werden wir die regionale Dimension dieser Aufgabe weiter ausbauen und Mainfranken im Standortwettbewerb noch besser aufstellen“, so Oberbürgermeister Schuchardt. IHK-Vizepräsident Pfister appellierte derweil an die Unternehmen, die in Mainfranken vorhandenen Forschungskompetenzen stärker zu nutzen: „Auch wenn die Auftragslage momentan sehr gut ist, müssen wir an die Zukunft denken. Gerade KMUs müssen Kapazitäten für Forschungskooperationen schaffen, damit das an Hochschulen und Forschungseinrichtungen vorhandene Wissen in innovative Produkte als Schlüssel der Wettbewerbsfähigkeit umgesetzt wird.“

Ansprechpartner

Sebastian Kühl

Ludwigstraße 10 1/2
97070 Würzburg

Tel: 0931/452 652-13
Unsere Website setzt zur Funktionsfähigkeit sowie zu Analysezwecken Cookies ein. Sie können den Einsatz von Cookies jederzeit deaktivieren oder widersprechen. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Mehr InfosOK