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Zukunft wird vor Ort gemacht

Smart Region-Workshop der Region Mainfranken GmbH in Bad Neustadt

Ansprechpartner:

Sebastian Kühl, Dipl.- Geogr.
Ludwigstraße 10 1/2
97070 Würzburg
0931/452 652-13
kuehl@mainfranken.org

9. Oktober 2019

Deutschlandweit arbeiten Regionen verstärkt daran, ihre Digitalisierung voranzutreiben, um Mehrwerte zu schaffen und an Attraktivität zu gewinnen. So auch Mainfranken. Unter dem Motto „Zukunft wird vor Ort gemacht“ führte die Region Mainfranken GmbH daher gemeinsam mit der Initiative Stadt.Land.Digital des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) am 9. Oktober in der Stadthalle Bad Neustadt einen Smart Region-Workshop durch.

70 Akteure aus Kommunalpolitik, Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft waren der Einladung gefolgt und beleuchteten regionale Herausforderungen und Lösungsansätze in den Themenfeldern Energie, Mobilität und Gesundheit.

Virtueller Stadtrundgang
Nachdem Bad Neustadts Erster Bürgermeister Bruno Altrichter den Teilnehmern im Rahmen eines virtuellen Stadtrundgangs die Fortschritte der Digitalisierung in der Kreisstadt präsentierte, stellte Angelika Müller vom BMWi die Initiative Stadt.Land.Digital vor. So sei unter anderem der Aufbau eines Kompetenzzentrums geplant, das als Ansprechpartner, Multiplikator und Unterstützer auf dem Weg zur smarten Kommune bzw. smarten Region fungieren solle.

Potenziale des landlebens besser ausschöpfen
Aktuelle Smart Region-Vorhaben in Mainfranken, Bayern und auf Bundesebene waren Gegenstand der Key Notes von Landrat Wilhelm Schneider (Vorsitzender Region Mainfranken GmbH), Willi Steincke (Zentrum Digitalisierung.Bayern) sowie Dr. Ulf Narloch (Initiative Stadt.Land.Digital).
„In Zeiten zunehmender Polarisierung von dynamischen urbanen Zentren auf der einen und schrumpfenden ländlichen Räumen auf der anderen Seite bietet die Digitalisierung große Chancen, Standortnachteile auszugleichen und die Wettbewerbsfähigkeit auch jenseits hochverdichteter Räume zu erhalten“, so Landrat Wilhelm Schneider. Zahlreiche Projektbeispiele wie das Zentrum für Telemedizin in Bad Kissingen, das digitale Gründerzentrum Starthouse Spessart in Lohr oder Haßfurt als Smart City-Modellkommune stünden stellvertretend dafür, dass Mainfranken auf dem Weg zur Smart Region bereits ein großes Stück vorangekommen sei. „Dabei digitalisieren wir nicht um der Digitalisierung willen. Smarte Anwendungen können vielmehr helfen, neue Perspektiven zu eröffnen und die Potenziale des Landlebens besser auszuschöpfen.“
Dass man das Rad nicht neu erfinden müsse, machten Willi Steincke und Dr. Ulf Narloch deutlich. Es liefen bereits viele Initiativen, auch sei in der Region umfangreiches Wissen vorhanden. Was es daher brauche, sei Transparenz und Vernetzung, um Lösungen sichtbar zu machen und sie in die Fläche zu tragen.

Themenworkshops
Im zweiten Teil des Tages widmeten sich die Teilnehmer in drei Parallel-Workshops den Schwerpunktthemen Energie, Mobilität und Gesundheit. Bevor im gemeinsamen Austausch Herausforderungen, Lösungsansätze und Unterstützungsbedarfe erarbeitet wurden, stellten regionale und überregionale Impulsgeber ihre Erfahrungsberichte aus der Praxis vor.

Anwendungssektor Energie
Im Workshop Energie präsentierten Michael Kohlbrecher (Landratsamt Main-Spessart) das Solardachkataster des Landkreises Main-Spessart sowie Manuel Münch (Landratsamt Berchtesgadender Land) den digitalen Energienutzungsplan des Landkreises Berchtesgadener Land.
Als zentrale Herausforderungen für den Anwendungssektor Energie sahen die Workshop-Teilnehmer fehlenden politischen Willen/Richtung, unklare rechtliche Rahmenbedingungen und mangelnde digitale Infrastruktur.
Lösungsansätze für die Region im Energiesektor lägen in der Erarbeitung eines Masterplans für die Energiewende, in der Schaffung finanzieller Anreize sowie in Investitionen in intelligente Netze.
Dazu sei Investitionssicherheit zu schaffen, bürokratische Hürden abzubauen sowie Kosten und Nutzen der Energiewende gerecht zu verteilen.

Anwendungssektor Mobilität
Im Workshop Mobilität präsentierten Jürgen Metz (Landratsamt Bad Kissingen) die Mobilitäts-App „Wohin du Willst“ sowie Prof. Dr. Dieter Hertweck (Hochschule Reutlingen) u.a. den Einsatz von Sensor-Netzwerken zur Optimierung der Verkehrsplanung im Landkreis Böblingen.
Als zentrale Herausforderungen für den Anwendungssektor Mobilität sahen die Workshop-Teilnehmer fehlende Koordination und Vernetzung, unzureichend ausgebaute Infrastrukturen und siedlungs- bzw. bevölkerungsstrukturelle Defizite im ländlichen Raum.
Lösungsansätze für die Region im Mobilitätssektor lägen in der Verstärkung des Wissenstransfers, in der besseren Nutzung zivilgesellschaftlicher Plattformen, in der Anpassung gesetzlicher Vorgaben sowie in der stärkeren Nutzerorientierung.
Dazu sei konsequente politische Förderung notwendig, Ressourcen seien zielgerichtet zu verteilen und Fördermittel bereitzustellen sowie Wissen effizient zu kommunizieren.

Anwendungssektor Gesundheit
Im Workshop Gesundheit präsentierten Florian Hedrich und Dieter Ebinger (Zentrum für Telemedizin Bad Kissingen GmbH) das Stroke Angel Projekt sowie Dr. Andreas Hamper (Fraunhofer IIS) das Digitale Gesundheitsdorf Oberes Rodachtal.
Als zentrale Herausforderungen für den Anwendungssektor Gesundheit sahen die Workshop-Teilnehmer mangelnde Kompetenzen in der Anwendung telemedizinischer Technologien, Lücken in der Netzabdeckung und fehlende Interoperabilität.
Lösungsansätze für die Region im Gesundheissektor lägen in der Umsetzung von Pilotprojekten in der Praxis, in der Weiterqualifikation von Fachkräften, in Matching-Events sowie in der Definition von (Daten-)Standards.
Dazu seien klare rechtliche Rahmenbedingungen zu schaffen, nachhaltige Digitalstrategien zu entwicklen und der Imagewandel des Pflegeberufs intensiver zu fördern.


Workshop-Dokumentation zum Download: 

WS_SmartRegion_Mainfranken_Dokumentation WS_SmartRegion_Mainfranken_Dokumentation, 3325 KB