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Denker treffen Lenker

Rückblick: Die Produktion der Zukunft

Ansprechpartner:

Sebastian Kühl, Dipl.- Geogr.
Ludwigstraße 10 1/2
97070 Würzburg
0931/452 652-13
kuehl@mainfranken.org

22. Oktober 2019

Modulare, vernetzte und ressourcenschonende Produktionssysteme mit neuen Formen der Mensch-Technik-Interaktion standen im Fokus der jüngsten „Denker treffen Lenker“-Veranstaltung der Region Mainfranken GmbH am 22. Oktober 2019 bei der Simon Möhringer Anlagenbau GmbH in Feuerbach. Über 80 Akteure aus Wissenschaft und Wirtschaft waren der Einladung der Regionalentwicklungsgesellschaft gefolgt und tauschten sich über die Produktion der Zukunft aus.

Kompetenzfelder noch stärker vernetzen
Für eine derart industriestarke Region wie Mainfranken ist es zwingend notwendig, unsere Kompetenzfelder Maschinenbau & Automotive sowie IT & KI noch intensiver zusammenzubringen und die digitale Transformation als wichtigen Innovationstreiber zu begreifen. Dass wir dabei auf einem guten Weg sind, belegen die zahlreichen FuE-Kooperationen zwischen Unternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen. Allerdings haben wir hier auch noch Luft nach oben. Es gilt noch mehr zu verinnerlichen, dass der Fortschritt nicht zu einem kommt, sondern dass man den Fortschritt und damit die Produktion der Zukunft selbst gestalten muss“, machte Landrätin Tamara Bischof bei ihrer Begrüßung deutlich.

enormes volkswirtschaftliches potenzial
In seinem Einführungsvortrag präsentierte Prof. Dr. Michael Weyrich vom Institut für Automatisierungstechnik und Softwaresysteme der Universität Stuttgart ausgewählte Schlüsseltechnologien einer digitalen, vernetzten und intelligenten Produktion. Neben Man Machine Interaction, Track and Trace oder Predictive Maintenance Analyse spiele in diesem Zusammenhang vor allem der Einsatz eines digitalen Zwillings eine zentrale Rolle. „Von der Rekonfiguration von Produktionsanlagen über die virtuelle Inbetriebnahme bis hin zur Simulation ganzer Fabrikhallen – der digitale Zwilling als Abbild eines physischen Objekts kann für Unternehmen ein entscheidender Wettbewerbsvorteil sein“, so Professor Weyrich. „In Summe verbirgt sich hinter all diesen Industrie 4.0-Anwendungen ein Bruttowertschöpfungspotenzial in Höhe von 78 Milliarden Euro bis ins Jahr 2025." Dass dieses Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft ist, visualisierte er anhand eines Reifegradmodells, wonach man erst am Beginn des Weges zur vollautomatisierten cyber-physischen Produktion mit voll-integrierten Wertschöpfungsketten stehe. „Eine Schlüsselrolle wird hier das Thema Standardisierung einnehmen. Wenn Unternehmen Daten im Rahmen einer sogenannten Verwaltungsschale standardisiert nutzen und verwalten können, so öffnet das ganz neue Perspektiven – weg von starren Wertschöpfungsketten, hin zu dynamischen Netzwerken.“

Effizienzgewinne durch automatisierungslösungen
Eindrucksvoll zeigte Gastgeber Dr. Stefan Möhringer in seinem Vortrag, wie sich bei Holzbearbeitungsmaschinen durch vollautomatische Lösungen für Beschickung, Abnahme, Kommissionierung und Lager Effizienzgewinne entlang der kompletten Prozesskette realisieren lassen. So werde etwa über das System „Flexistack“ mittels 3D-Software der optimale Stapel errechnet, um die ideale Packdichte zu erreichen. Dies reduziere den Stapel- und Kranverkehr, führe zu einer verbesserten Lagerverwaltung und ermögliche die optimale Bildung von Kommissionen. „Gerade für KMUs ist es alleine schon aus Kompetenz- und Ressourcengründen wichtig, sich bei Industrie 4.0-Projekten Kooperationspartner zu suchen. Mit der FHWS oder dem Zentrum für Telematik sind wir in Mainfranken in diesem Bereich gut aufgestellt.“

schaufenster: Produktionslösungen made in mainfranken
Produktionslösungen der Zukunft ausgewählter mainfränkischer Akteure standen im Zentrum des abschließenden Schaufensters.
Claude Eisenmann stellte die Bandbreite industrieller Analysetools der PIA Automation Bad Neustadt GmbH vor. Beispielsweise ermögliche die Applikation „piaOptimum“ die Identifizierung von Engpässen in Montageanlagen und erlaube dank Datentransparenz eine schnelle Erhöhung der Produktionseffizienz. Welche interdisziplinären Kooperationsmöglichkeiten das Institut Digital Engineering (IDEE) der FHWS bietet, präsentierte Prof. Dr. Jan Schmitt. Etwa die c-Factory: in dieser vernetzten Konzeptfabrik könne man Industrie 4.0 anhand eines physikalisch hergestellten Produkts erleben und Konfigurations-, Produktions- und Prozessdaten via Web-Browser verfolgen.
ACPS heißt das Produkt des Startups Awesome Technologies aus Würzburg, welches Lösungen für Smart Manufacturing bereithält – von der Analyse von Optimierungsmöglichkeiten über Fernwartungstechnologien bis hin zur Mensch-Maschine-Interaktion. Wichtig sei laut Geschäftsführer Christoph Günther dabei, dass der Mensch als Operator weiterhin im Mittelpunkt stehe.